Russland Polar: Etappe 3

Göttliche Plätze

Genau, es ist ein gutes Zeichen, wenn man noch am Platz bleiben will. Unser Traumstrand Nr 1 hat uns…

…bis in den späten Vormittag festgehalten.

Nachmittags jetten wir über den Schwarzen Fluss, es geht über unzählige Mäander bis zur Mündung in den östlichen Onegasee.

Nach der tollen Bootsflussfahrt wandern wir entlang des Ufers über Granitfelsen. Uralte Petroglyphen, in Stein geritzte Zeichungen lassen sich entlang des Granitfelsufers entdecken. Es ist nicht nur aus historischer Sicht eine tolle Wanderung.

Anfahrt zum Stellplatz des Abends. Wieder ist es eine Strandfahretappe. No Allrad –No way!

Die kleinen großen Höhepunkte sind die Momente in der freien Natur, das Spiel der Farben, die Weite, der  Zauber der Nacht. Und die Mücken? Ach, die paar verteilen sich… Außerdem hat jedes Paaradies seine kleinen Haken.

Es ist eine Reise für Aktive. Das betrifft nicht nur die herausfordenden Fahrstrecken, sondern auch die Ausflüge wie hier auf dem Kamm der Wasserscheide auf dem Weg zu einer uralten Holzkirche.

Die Wasserscheide – wir fahren auf deren Kamm. Zur Linken fließt das Wasser ins Polarmeer, zur Rechten in den Onegasee und dann das Baltische Meer, die Ostsee. Nur 60 Meter Trennlinie aber Tausende Kilometer verschiedene Fließwege.

So interessant ist das Archangelsker Gebiet, das wir nur im Süden bereisen. Aufgrund des Nuklearunfalls und der unklaren Lage im Hohen Norden in der Region um Sewerodwinsk haben wir uns für das Auslassen dieser Region entschieden.

Zu Gast in Kargopol. Die Stadt im Archangelsker Oblast lädt zum Besuch ein. Unter anderem geht es durch das Kirchenviertel. Früher standen hier mehrere Dutzend Kirchen, die meisten davon wurden abgetragen oder verwitterten, wenn es Holzkirchen waren. Heute  fehlt öffentliches Geld, selbst so manches Gerüst hätte einer Restaurierung bedurft.

Begegnungen mit den Menschen auf dem Land. Sie haben nicht viel, die Löhne und Renten sind unter dem Minimum der ausgelobten Summen des Kreml. Daher sind viele sauer und enttäuscht, wissen aber auch nicht, wer sonst die Geschicke des Landes leiten sollte als die aktuelle Regierung.

So helfen sich die Menschen auf dem Land selbst. Sie legen Vorräte im Sommer für den langen Winter an.

Überlandstraßen an der Grenze vom Archangelsker zum Wologda-Gebiet.

Die schweren Jungs und Mädels dürfen nicht über die Holzbrücken, ab 10 Tonnen soll die Furt im Fluss genommen werden, auch wenn die Brücke locker mal 15 Tonnen trägt

Klosteranlagen aus der Luft. Ja, Russen dürfen mit der Drohne fliegen, die Ausländer sollten ohne Genehmigung vorsichtig sein.

Einmalige Freskenmalereien – fantastisch gut erhalten im Innern der heute aktiven Kirchen.

In Kirollow besuchen wir die tolle Kreml-Klosteranlage und stehen anschließend – wie so oft auf dieser Tour – direkt am Wasser. Russische Romantik pur.

Die Zivilisation hat uns nach 21 aufregenden Tagen wieder. Wologda ist erreicht. Russisch romantisch, sauber und mit alter Geschichte rund um die Zaren, besonders Ivan der Schreckliche war hier oft zu Gast und ließ bauen. Wir finden Wologda gar nicht schrecklich sondern ausgesprochen sehenswert.

Klosterstellplatznachtromantik. Göttlicher Platz. Wer hier nicht gut träumt….

Die Abende sind immer lang, wir fast immer draußen. Wenn man mal vom eisigen Auftakt in den Kirowsker Alpen absieht, wurden unsere Stühle und Tische schon ganz schön abgenutzt auf dieser Reise…

St. Petersburg ist erreicht. Was für ein krasser Gegensatz, diese schicke moderne Millionenstadt nach so viel Wildnis und Abgeschiedenheit. Es fühlt sich großartig und gleichzeitig merkwürdig an, durch die Stadt des Zaren Peters des Großen zu schlendern.

Abschiedsabend russisch authentisch wild. Zünftig, feucht fröhlich. Ehrwürdig urig und wuchtig lustig. Musikalisch und kulinarisch unvergesslich. Ach, was wäre die Welt ohne Adjektive und ohne Russland?

Es war toll, unvergesslich, Danke alle denen, die dazu beigetragen haben. Susi und Manni, mit euch haben wir echt Schwein gehabt. Das Konzept ist aufgegangen. Mit Allradfahrzeugen auf abenteuerlichen Strecken unterwegs zu sein, dabei fantastische Stellplätze zu erreichen und viel von Land und Leuten mitbekommen. Übrigens: Nach der Reise ist vor der Reise! Wir freuen uns auf weitere AllradOsten-Abenteuer.

Das nächste Abenteuer startet im Februar. Blauer Himmel, Schwarzer Himmel und Polarlicht, Rosa Himmel und noch viel weiteres Himmlisches:

Eisfischen, Rentierfestivals, Hundeschlitten, Luftkissenboote und BBQ auf zugefrorenen Seen. Und keine Moskitos und keine Gartenzwerge. Auf geht’s, wer Lust hat, kann noch mit. Und wer Up to Date bleiben möchte und unseren Newsletter noch nicht abonniert hat … bitte sehr.

Allen eine gute Zeit und vielen Dank für den Einsatz von euch im wilden weiten Russland.

Euer Kostya

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