Russland Polar: Etappe 2

Außer Rand und Band im Sand von Kola

Was war das für ein wilder Ritt durch die Kirowsker Alpen. Nach einer zweitägigen zivilen Zeit in Kirowsk mit Besuch des botanischen Gartens und der Stadt ruft der nächste Parcour, das nächste Abenteuer. Wir wollen in den Südosten der Halbinsel Kola, an den Platz, den die Russen „Wüste des Nordens“ nennen.

250 Kilometer von der Hauptstrecke R21 und der Stadt Kandalakscha entfernt befinden wir uns tief in der Natur der Halbinsel Kola.

Die Holzkirchen von Warzuga: Ausländer verirren sich hierher kaum. Es ist viel urtümlicher als die klassischen Freilichtmuseen.

Auf dem Weg zum Amethyst-Strand. Die Strecken zur Küste führen durch Geröllfelder und sind eng.

Und daher hat er seinen Namen: Amethyste sind es nicht, sondern Mineralien, die die Farbe des Amethyst tragen. Schön anzuschauen ist es trotzdem. Wir übernachten entlang des Strandes.

Auf geht es nach Kuzomen bis an den letzten, auf dem Landweg befahrbaren Punkt der Halbinsel Kola. Fast jeder bleibt hier einmal im Sand stecken.

Fahrt über Sand und Wasser – der Ausflug bis nach Kuzomen dauert den ganzen Tag. Das nächste Mal werden wir hier einfach übernachten.

Über eine abenteuerliche Anfahrt auf dem Sandstrand und Waldwegen erreichen wir „Tonya Tetrina“. Wer hat davon schon mal was gehört?

Auf jeden Fall genießen wir die Zeit an den einsamen Stränden des Wilden Weißen Meeres fernab von allem Kommerz und Tourismus.

Himmlisch gemütlich, diese alten Liegestühle. Bei milder Sonne und Meeresrauschen … ja, das ist ein polares Paradies, zumindest, wenn das Wetter so mitspielt, wie wir es derzeit erleben.

Tonya Tetrina steht für eine uralte Siedlungsform der ersten Eroberer der Küste des Weißmeeres. Die Podmoren kamen hier schon vor vielen Jahrhunderten mit ihren Booten, um schließlich als Fischer und Jäger bis ans Lebensende zu bleiben. Die Nachfahren haben sich uns zu Ehren in die traditionelle Tracht der Podmoren geworfen.

Einweichen in Algen und Meereswasser geht auch auf die Podmoren von damals zurück.

Wenn sie dann gar sind, werden sie von uns verspeist.

Wir verlassen die Halbinsel Kola und das Weiße Meer. Auf dem Weg Richtung Archangelsker Gebiet erkunden wir das Nordostufer des Onegasees. Wir haben uns dabei bis ans Ende des Inselarchipels von Kizhi vorgearbeitet.

Michael und mich hat es erwischt. Beim Versuch mich zu befreien gerät zuerst Michael und dann ich selbst in den Schlamassel. Mit Hilfe der Gruppe und später der schlammabtrocknenden Sonne können wir uns befreien.

Gemeinsam am Ostufer des Onegasees erleben wir in den nächsten Tagen Natur pur. Bis tief in die Nacht erzählen wir uns Geschichten am Lagerfeuer.

Spielstrecke für Allradfahrzeuge: Unser russisches Team hat einen tollen Parcour ausgeschrieben. Auf festem Sand fahren wir zu unserem Traumstrand.

Und der sieht so aus.

Viel Natur zum Genießen. Es ist wieder so ein Platz, an dem alle gerne viel viel länger geblieben wären. Das ist ein gutes Zeichen. Gerne länger bleiben. Dann ist es dort schön. Auf dem Weg in den Süden werden wir noch manch solche Stelle finden.

Morgen müssen wir erst mal einen weiteren Strandabschnitt mit querliegenden Baumstämmen überwinden – das nächste Spiel ist immer das wichtigste. Bleibt dran und lasst euch vom Wilden Osten verzaubern.

Euer Kostya

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