Russland EisFischer: Etappe 2

Moskitos: 0 Eisfische: 1

Liebe Abenteurerinnen und Abenteurer!

Wir begrüßen euch zur zweiten Reportage unserer Pioniertour „Eisfischer“. Im Vorfeld der Reise gab es immer wieder Interessierte, die durchaus gerne in den russischen Winter gefahren wären. Keine Mücken, keine Touristen und keine ausgetretenen Pfade. Aber – “zu kalt!” Hm, das hat ein russischer Winter so an sich, eben kalt zu sein. Nun hatten wir die ersten zehn Tage allerdings nicht gerade knackige Fröste, sondern eher milde Temperaturen rund um den Gefrierpunkt.

Schnee taut an, gefriert wieder und ist dann knirschend hart. Auf Nebenwegen hat man ohne Allradantrieb so viel Chancen wie ein Moskito im russischen Winter. 

Nicht alles geht per Fahrzeug. Wir sind öfter zu Fuß im Kenosero-Nationalpark unterwegs. Wir waren bereits im Sommer hier, und auch im Winter ist es einfach zauberhaft schön! 

Dorfspaziergang: Wir bewegen uns meist auf dickem Eis und Schnee. Die russische Zentralheizung ist auch für lange kalte Phasen ausgelegt. In diesem Winter dürfte einiges an Holz übrigbleiben. 

Noch immer im Dorf. Per Schlitten geht es zumindest für zwei von uns über das hügelige Land. Die Sonne scheint, ein bisher eher seltener Moment auf unserer Tour. Aber das müssen wir euch ja nicht auf die Nase binden… 

Eisfischer, dieses Mal landestypische. Wie wir bereits in der ersten Reportage berichtet haben, bringt der gesamte Prozess des Eisfischens gute Laune. Gemeinsam losziehen, ins Eis Löcher bohren und am Ende ist es gar nicht mehr so wichtig, ob sie nun beißen oder nicht. 

Da ist sie wieder, die Sonne! Winter, Kirchen, altes Russland: Wir sind in Kargopol und damit schon längst im Archangelsker Gebiet angekommen. Eigentlich wollten wir den Goldenen Ring erleben. Aufgrund des warmen Winters gibt es dort aber keinen Schnee. Und damit gibt es uns dort auch nicht. Wir toben uns dafür einfach länger im Hohen Norden aus. 

Wir folgen dem Fluss Onega bis zur Mündung ins Weiße Meer. Unterwegs halten wir an besonderen Plätzen an: Alte Dörfer, verlassene Häuser und wieder belebte Holzkirchen. Was man nicht auf dem Foto sieht: Das Womo steht auf blankem Eis. Vorsicht beim Ein- und Aussteigen. Es ist oft spiiieeegel… rumms…. aua! 

Die Mündung der Onega ist erreicht. Hierher wollten wir eigentlich von der anderen Seite gekommen sein. Aber die Eisdecke war zu dünn und das Risiko, nasse Schlappen zu bekommen, zu groß. Wir trauen uns ja schon einiges, sind aber nicht total verrückt. Mit Eismobil und Hänger geht es auf die andere Seite. 

Exkursion bei strammem, eisigem Wind. Boah. Was zieht es hier oben auf dem Kirchturm. Ja, das stimmt, wir stehen auf einem zweiten Kirchturm der sogenannten Sommerkirche und blicken auf die beheizte Winterkirche. 

Mit Köpfchen geht es. Bei solch eisigem Wind muss der Kopf warmgehalten werden. 

Sand und Schnee vom Eiswind geformt. Blick auf das Weiße Meer. Ein traumhafter Platz auch im Sommer und Herbst. 

Auf Eis und gefrorenem Sand – das „Tier“, wie die Einheimischen den Allradbus UAZ nennen. Der „russische Bulli“ wird heute noch auf die gleiche Art wie vor 50 Jahren gebaut. 

Na, zu wem gehörst denn du? 

Na, zu diesem Haus. Einige dieser Häuser sind wunderschön gestaltet. 

Wenn schon keine schweren Gefährte übers Eis dürfen, dann geht es per Pedes, wie wir es auch gemacht haben. 

Oder per Wintertrike, das im Falle eines Einbruchs auch schwimmen kann. 

Schon wieder ein Sonnentag… naja, Sonnenstunden auf dem Weg von Onega nach Archangelsk. 

Es sind wunderschöne Stunden. Ein Traumwinter, wie wir ihn haben wollten. 

Angekommen in Archangelsk, lacht sie noch immer vom Himmel, die Wintersonne des Hohen Nordens. Ende Februar/Anfang März ist es schon zehn Stunden hell am Tag. 

Das russische Fernsehen reißt sich um uns. Eine Reisemobilistengruppe war hier noch nie im Winter. Im Interview schwärmen die Journalisten von ihrem Goldenen Herbst mit Beeren, Pilzen, Fischen und flammenden Farben.

Okay! Darauf lassen wir uns ein. Es wird bald eine neue Tour geben: „Goldener Herbst im Hohen Norden.“ Allerdings nur unter einer Bedingung. Die laufende Tour muss gelingen. Und dazu muss mindestens ein Eisfischen von Erfolg gekrönt sein, egal wie! Egal wie?

Dann ran an die Arbeit. Bohren, Angel raus und dann… 

Aaaaah!

Es grüßt euch euer Kostya

Zurück zu Etappe 1 Etappen-Übersicht
Weiter mit Etappe 3